Experiment Wintersaat

Von der Schwedin Sara Bäckmo habe ich gehört, dass sie schon auf den gefrorenen Boden ihre frühe Saaten ausbringt. Da es später im Jahr viel zu tun gibt macht sie dass schon im Winter. Dann deckt sie die Saaten mit Fliess oder einem Gitter ab, damit Tiere die Samen nicht ausgraben. Keimen tut es dann, wenn es die Temperaturen zulassen.

Sara hat einen YouTube Kanal auch auf Englisch und gärtnert in Schweden mit Erfolg.

Also musste ich das auch probieren. Am 17.01. habe ich Rettich, Radieschen und die Karotte Pariser Markt ausgesät. Und was soll ich sagen, die Radieschen zeigen sich schon!

Radieschen gerade gekeimt

Hier sieht man die jungen Radieschen aus der Erde spitzen

Inzwischen warten noch weitere Saaten in der Erde auf ihre Zeit.

Drei verschiedene Sorten Spinat. Ich will vergleichen welcher mir am besten behagt. Gut wächst und gut schmeckt.

Auch sind Salate eingezogen. Letztes Jahr haben mir Freunde Samen aus Russland mitgebracht. Da bin ich sehr gespannt. Manche Sorten säe ich das erste mal. Der Eisbergsalat war schon letztes Jahr im Beet und war sehr lecker.

Saatgut
Radieschen, Spinat und Salat

Nun werde ich beobachten wie sich das ganze macht. Noch habe ich ein Fliess über dem Beet. Und ich muss auch schon Gießen. Es ist doch recht trocken im Moment.

Probiert ihr auch Neues? Erzählt doch mal.

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Und dann kam der Frühling mit Macht

Hat euch schon mal das Leben so in Bewegung gesetzt, dass ihr gar nicht richtig mithalten konntet? So ging es mir letztes Jahr im April. Jetzt da winterliche Ruhe herrscht, kann ich darüber nachdenken. Ich hatte einfach keine Zeit mehr gefunden meinen Blog weiter zu schreiben. Wenn tatsächlich ruhige Momente da waren, hatte ich die innere Ruhe nicht dafür.

Um so schöner sind jetzt die Erinnerungen. Gerne möchte ich sie mit euch teilen. Denn das Jahr war ein Jahr der Fülle. Anstrengend und sehr schön.

Kaum war es April, konnten meine Jungpflanzen ausziehen. Ich mulche meinen Boden mit Grasschnitt, der jetzt schon vorhanden war. Der kleine Kirschbaum blüht wunderschön in meinem sehr naturnahen Garten. Ich ziehe Gemüseschutznetze über die Beete.

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Anfang Mai sind die kleinen Pflänchzen schon sichtlich gewachsen.  Die Königskerze ist die Diva meines Gartens. Ich lasse sie nahezu immer gerade dort wachsen, wo sie sich von allein ausgesät hat. So darf sie hier am Rand des Beetes gerne bleiben. IMG_7010.jpeg

Schon Ende Mai sollten die kleinen Kohlpflanzen erntereif werden. Auf diesem Bild sieht man den Eissalat und frühen Wirsing, Fenchel, rote Beete, Mangold usw. Wundert euch nicht über meine wilden Gäste um die Beete. Ich mag Artenvielfalt und ich lasse viele Stellen, die ich kaum beeinflusse. Manchmal wird gemäht oder auch das ein oder andere Kraut reduziert, wenn es mir zuviel wird. Ich freue mich an all den kleinen Insekten, die meinen Garten besuchen. Denn sie zeigen mir an, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich wünsche mir ein natürliches Gleichgewicht, in dem ich ein Teil bin, dass sich jedoch größtenteils allein reguliert.

Auch in den Beeten ist eine bunte Mischung. Ich arbeite gerne mit Mischkultur. Was meistens sehr gut funktioniert. Allerdings durfte ich lernen, dass Zwiebeln nicht gern neben Erbsen wachsen.

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Bis zu dieser Zeit war das Gärtnern leicht. Durch das Mulchen musste ich kaum bis gar nicht giessen.

Der Frühling hatte aber noch mehr zu zeigen. Doch dies im nächsten Post.

In Vorfreude auf das kommende Jahr.

Eure Andrea

 

Jungpflanzenanzucht für meinen Küchengarten

Allgemeiner Überblick über Aussaaten im Februar

Eines meiner großen Leidenschaften ist der Garten. Ich baue auch einiges an Gemüse an. Ich mag es einfach wenn aus ganz kleinen Samenkörnchen wunderschöne große Pflanzen werden.

Und ehrlich gesagt können Gemüsepflanzen wunderschön sein.

Heute nun ist laut Mondkalender ein Blatttag. Das bedeutet, dass man jetzt besonders guten Erfolg hat mit Blattgemüsen wie Salate, Kohlarten, Fenchel, Spinat und Lauch.

Da ich aber nun mal schon dabei bin säe ich auch den Sellerie aus und Fruchtsorten wie Paprika und Aubergine.

Fresszettel

Zuerst habe ich mir kurz einen Fresszettel geschrieben mit den Pflanzen, die ich schon jetzt aussäen kann. Ich habe alles was ich an Samen habe in einer Excelliste notiert. Denn ich habe sehr viele Samen. Dort habe ich auch die Aussaatzeiten der einzelnen Gemüse zusammengetragen. So behalte ich den Überblick.

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Hier könnt ihr meine große Box sehen. Ich habe alles innerhalb der Kiste in kleinere Schächtelchen gesteckt, so dass ich nach Pflanzenfamilien sortieren kann. 

Februarsaat

Das ist dann das Paket, das ich für den Februar zusammengesucht habe. Ganz schön viel.

Ich nutze gerne große Paletten mit jeweils 7 Töpfchen in einer Reihe. Diese habe ich mit einem Gemisch aus alter Erde vom letzten Jahr, Sand, Vulkangranulat und Kokosfasern gefüllt. Die alte Erde habe ich gebacken im Backofen. Auf 140 Grad 45 Minuten. Ich hoffe das reicht. Dies soll Krankheitskeime und Unkraut unterdrücken. Das Gemisch sollte nicht viele Nährstoffe besitzen. Das regt die jungen Pflanzen an ihre Wurzeln auf die Suche zu schicken. Das heisst, das sie kräftigere Wurzeln bekommen. Dadurch wird die Pflanze später wesentlich stärker da stehen. 

Mit dem Stöckchen mache ich Löcher für die Samen. Man muss die Saattiefen beachten. Sellerie zum Beispiel ist ein Lichtkeimer und darf nur mit ganz wenig Erde bedeckt werden. Ich drücke ihn nur an. Die Saattiefe steht oft auf den Päckchen oder ist im Internet gut zu finden.

Saat-BeschriftungSaatbeschriftung2

Zum Beschriften verwende ich Holzstäbchen und einen wasserfesten Stift. Jede Reihe bekommt ihr Schildchen.

Mein Porreesamen ist schon mehrere Jahre alt. Mal sehen ob er überhaupt noch keimt. Deshalb habe ich gleich zwei Reihen ausgesät. Die Samen verlieren auch je nach Art die Keimkraft. Aber ich verwende sie lange. Ich säe dann einfach mehr aus als ich brauchen würde. Geht ein Samen gar nicht mehr auf, kann ich immer noch Samen nachkaufen.

Beim Paprika bin ich sehr gespannt. Zum Teil ist es Samen von der letzten Ernte.

Aussaat_angießen

So, jetzt wird alles mit einer Ballbrause angegossen. Diese hat einen sanften Strahl. So bleibt alles an seinem Platz.

Mit den Paprika und Auberginen habe ich Samen ausgewählt, die eine hohe Keimtemperatur brauchen um loszulegen. Deshalb stelle ich die Palette auf das Fensterbrett an der Südseite. Die Heizung ist darunter und es dürfte moggelich war werden.

Jetzt heißt es warten. Vielleicht sieht es dann in den nächsten Tagen so aus:

Hier habe ich schon vor einigen Tagen Zwiebeln gesät. Auch hier habe ich alte Erde verwendet aber nicht gebacken. Es hat sich ein Hornveilchen und vermutlich eine Kohlsorte ans Licht geschoben. Leider noch keine Zwiebel

Das sind meine schönsten Gartenmomente. Ich liebe es mich vom Garten überraschen zu lassen.

Welche Überraschungen magst du?

Was man im Februar schon aussäen kann? Das hängt auch von den Sorten ab, die du gerne haben willst. So gibt es z.B. beim Lauch frühe und späte Sorten. Lauch, den du im Sommer schon ernten kannst säst du jetzt.

Beispiele:

  • Ich habe die Sorte Hilari gewählt.
  • Fenchel Fino
  • Kohlrabi Sorte Lanro ist dann schon zeitig erntereif und man kann danach anderes Gemüse ins Beet pflanzen.
  • Salate. Ich habe da den Kopfsalat Zulu und Viktoria und den Lollo bianco.
  • Paprika, Chili und Auberginen haben eine lange Kulturzeit und sollten deshalb früh gesät werden
  • Physalis
  • Sellerie braucht auch sehr lange für seine Knolle
  • Zwiebeln

Meine Jungpflanzen müssen mit dem Licht am Fenster auskommen. Das ist oft zu wenig und sie werden etwas spierig. Macht nichts. Ich pflanze sie dann entsprechend tiefer in die Erde beim Auspflanzen. Es klappt trotzdem. Aber es bedeuet auch, dass man nicht zu super früh mit allem loslegen sollte. Also ihr habt noch genug zeit.

Ich Grüße Euch und wünsche euch viel Spass beim Jungpflanzen ziehen.

Eure Andrea